Kajaker NFW
Der Kajakclub der Naturfreunde Winterthur

Internationales System zur Klassifizierung von Stromschnellen

Klasse 1

Einfach
Schnell fliessendes Wasser mit kleinen Wellen. Schwimmen ist angenehm, das Ufer ist schnell erreicht. Eine nette Abwechslung zum Paddeln. Kaum Materialverluste. Das Boot wird nur leicht zerkratzt.

Klasse 2

Anfänger
Stromschnellen im breiten, übersichtlichen Flussbett, erkennbar ohne vorherige Besichtigung. Schwimmen im Strudel bereitet kaum Mühe. Beim Herausklettern aus dem Fluss ist mit schlüpfrigen Steinen und Verletzungen durch dornige Sträucher zu rechnen. Es ist ein längerer Fussmarsch nötig, um das davon geschwommene Paddel zu bergen. Ein unwichtiger Ausrüstungsgegenstand wird vermisst. Ein vom Wasser überspülter Stein hinterlässt eine Delle am Boot.

Klasse 3

Fortgeschrittene Anfänger
Unregelmässige Stromschnellen, Passage meist unumgänglich. Schäumendes Wasser. Schürfungen an den Beinen von spitzigen und scharfkantigen Steinen im Fluss. Während dem Schwimmen werden mehrere Strudel verpasst. Die Entscheidung, beim Boot zu bleiben führt zu einer Schrecksekunde, wenn der Schwimmer realisiert, dass er vor dem Boot schwimmt. Das Paddel zirkuliert in einem Loch weit flussaufwärts. Alle persönlichen Gegenstände werden aus dem Boot geschwemmt und schwimmen in verschiedenen Richtungen davon. Die Kollegen rennen dem Ufer entlang und rufen hilfreiche Instruktionen herüber. Das Boot wird gegen einen Felsblock gedrückt und erleidet eine grosse Beule. Die Sonnenbrille fällt herunter.

Klasse 4

Fortgeschrittene
Das Wasser ist gewöhnlich um einiges kälter als in Klasse 3. Mächtige aber voraussehbare Stromschnellen. Präzises Schwimmen im turbulenten Wasser unabdingbar. Vorbeischwimmen an einigen tiefen, gefährlichen Löchern ein Muss. Nachdem aber das Vorbeischwimmen nicht geklappt hat, wird diese Einschätzung zu "wärmstens empfohlen" korrigiert. Ungläubiges Entsetzen angesichts hoher Stufen. Krampfhaftes Schwimmen zum Ufer wechselt sich ab mit Wegschwimmen vom Ufer, um grossen Walzen zu entgehen. Verzweifeltes Festhalten an Felsen. Das Paddel wird komplett vergessen. Ein Schuh löst sich vom Fuss. Der Wasserdruck schafft es, den wasserdichten Behälter mit den wirklich wichtigen Sachen in den Fluss zu schwemmen. Besorgt wirkende Kameraden packen ihre Wurfsäcke aus. Die Wurfsäcke landen für den Schwimmer unerreichbar einige Meter hinter ihm. Die Kameraden starren mit offenem Mund das Boot an, das inzwischen in einer grossen Walze stecken geblieben ist. Die steile Böschung hinaufzuklettern gelingt nur mit der Hilfe eines umgefallenen Baums. Die Kontaktlinsen haben sich hinter die Augäpfel bewegt.

Klasse 5

Experten
Das Wasser in diesen Stromschnellen ist üblicherweise kälter als 5 Grad. Die Kleider werden an den Felsen innert Minuten (wenn nicht Sekunden) zerrissen. Wenn das Boot überlebt, muss es mehrere Tage lang repariert werden. Schwimmen ist nicht drin. Es ist nur verzweifeltes Rudern mit den Armen und Strampeln mit den Beinen möglich, um nicht eins zu werden mit den Felsen und um ab und zu Luft holen zu können. Angst und Panik setzen ein, wenn der Schwimmer merkt, dass seine Kollegen ihn unmöglich erreichen können. Intensive Kenntnisse über die Vorgänge im tiefen, schäumenden Wasser werden gewonnen. Das Loch, das bei der Besichtigung harmlos ausschaute, hat einen Sog, der ihn unter Wasser hält, bis die Lungen fast bersten. Der Wasserdruck entfernt alles vom Körper: Handschuhe, Schuhe, Socken, Helm und Kleidung. Die Felsen kümmern sich um Finger, Zehen, Ohren, Ellbogen und Knie. Die Helfer am Ufer versuchen dem Schwimmer nachzurennen. Der Horror spiegelt sich in ihren Gesichtern, während sie mitkriegen, wie der Schwimmer im Wasser umhergeworfen wird. Das Herausklettern aus dem Fluss gelingt erst, nachdem die Stromschnellen vorüber sind. Obwohl der Gerettete gebrochene Knochen, Fleischwunden und zerquetschte Finger hat, spürt er keinen Schmerz, da er einen Schock hat und stark unterkühlt ist.

Klasse 6

Weltklasse
Zum Schwimmen nicht empfohlen.

Einordnung: Humor
© 2002 by David Petterson of Calgary Paddler (Quelle, alte Quelle)

Copyright © 2010 Kajaker NFW
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