Vorwort
Ein neuer Trend
Schon seit mehreren Jahren zeichnet sich im Kanusport ein neuer Trend ab. Die dazu im letzten Jahr durchgeführte Umfrage im Paddelland Schweiz, aber auch im angrenzenden Ausland, bestätigt diese Annahme. Die klassischen Wildwasserdisziplinen, Slalom und Abfahrt, werden verdrängt durch das Wildwasser-Rodeo. In dieser neuen Disziplin stehen nicht der Wettkampfgedanke oder gezielte und geführte Trainingseinheiten im Vordergrund, sondern das spielerische, ungezwungene, aber auch akrobatische Befahren "moven" von stehenden Wellen und Walzen eines Fliessgewässers mit speziellen Kajaks. Ähnlich wie im Snowboarden, Rollerskating, Skateboarding und Sportklettern sind künstlich erbaute Spielplätze nicht mehr wegzudenken. Ein Beispiel dafür sind die Sportanlagen im "Block" in den Industriehallen von Winterthur. Alles deutet darauf hin, dass sich das WW-Rodeo in der Wildwasser-Szene nicht nur etabliert hat, sondern sich noch weiter entwickeln wird. Die Oeffentlichkeit ist auf diesen schönen und unterhaltsamen Sport aufmerksam geworden, und all die Fachzeitschriften sind gefüllt mit Beiträgen und Bildern von WW-Rodeo-Anlässen.Um diese fantastische WW-Technik zu trainieren, braucht es kein Wildwasser. Den "angefressenen" WW-Sportlern, und vor allem den jungen Nachwuchsfahrern, genügt dazu eine kleine Welle in einem öffentlichen Fliessgewässer. Solche Trainingsmöglichkeiten können auch in unseren heimischen Gewässern mit eher wenig Wasserdurchfluss gefunden werden. Und warum nicht in Stadtnähe ein solches Projekt verwirklichen? Leider ist dies bis heute in der Schweiz noch nie realisiert worden. Viele Kajakvereine besitzen bereits ihre Ideen und Vorstellungen. Es fehlt jedoch vielerorts die professionelle Realisierung, die Zeit, und das Verständnis, mit Behörden und Interessenverbänden zusammenzuarbeiten. Ebenso fehlen meist die finanziellen Mittel.
Von der Vision zum Projekt
Die Besitzverhältnisse und die Verantwortlichkeiten der öffentlichen Fliessgewässer zeigen eine klare Vorgehensstrategie auf: Als Initiant kann jeder eine Vision fundiert ausarbeiten, begründen und den verantwortlichen Stellen (Bund, Kanton, Stadt) unterbreiten und schmackhaft machen. Entsprechend der Professionalität und der Glaubwürdigkeit der durchgeführten Planung steigen die Chancen für eine positive Entscheidung und auf eine Verwirklichung der Idee!
Professionalität
Dank der Möglichkeit, zusammen mit dem Hydromechanikfachmann, Prof. Dr. Peter Rutschmann von der Uni Innsbruck die numerischen Modellierungsberechnung durchzuführen, hat dieses Projekt ein enormes Kompetenzpotential und einen ebenso grossen Beachtungswert erlangt. Diese aussergewöhnliche Computersimulation setzen wir in dieser Arbeit erstmals als "Wellenbauer und Wellenoptimierer" ein.
Zielsetzung
Die Kajakgruppe Naturfreunde Winterthur mit dem Initianten Herbi Burren haben sich zum Ziel gesetzt, dieses Projekt Rodeo-Trainingswelle verbunden mit Renaturierungsmassnahmen am Fluss "Töss", auszuarbeiten und voranzutreiben. Die ausgearbeitete Idee soll als Vorprojekt von den zuständigen Stellen des Kantons und der Stadt übernommen und realisiert werden.
Reaktionen
Die vielen positiven Reaktionen auf die erste Veröffentlichung des Projektes im Landboten vom 31.05.02 haben uns gezeigt, dass ein echtes Interesse der Bevölkerung an der Erhaltung von Naherholungszonen im Raum Winterthur besteht. Erfreulich viele Paddelfreunde "Rodeofreaks" aus der Ostschweiz bekennen sich solidarisch mit diesem Projekt und stellen sich für die Unterstützung des Initiativkomitees zur Verfügung.Ueber den aktuellen Stand des Projektes werden wir auf der Homepage der Kajakgruppe Naturfreunde Winterthur kajaker.ch regelmässig informieren.
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| Geplante Rodeo-Trainingswelle auf der Töss bei Winterthur |

