Kajaker NFW
Der Kajakclub der Naturfreunde Winterthur

Tourenbericht: Auffahrtswochenende an der Dranse 17. - 20. Mai 2007 - von Urs Trinkler

Endlich ist es soweit. Wir stehen im Stau am Baregg und wundern uns, weshalb es nur langsam vorwärts geht, wo doch keine Verengung in Sicht ist. Nach gut vier Stunden Fahrt erreichen wir den Campingplatz Saint Disdille in Thonon am Genfersee. Wir haben uns ein Häuschen reserviert und brauchen so kein Zelt aufzustellen. Das Wetter ist schlecht und den ganzen nächsten Tag soll es regnen. Schmon und Kurt haben im Auto übernachtet, sie sind um 3 Uhr 30 vor dem Campingplatz vorgefahren. Jetzt sind sie froh, bei uns ihr Frühstück unter Dach einnehmen zu können.

Dranse 2007


Schmon und ich wollen den Fluss erkunden. Elsbeth bringt uns zum Einstieg etwa 8 km das Tal hoch. Wie zu vermuten war, ist der Pegel erheblich gestiegen. Ich schätze gut 50 m3. Der einheimische Bootsführer gibt uns ein Zeichen, dass wir Spass haben werden und so ist es auch. Ein wilder Ritt über hohe Wellen, durch kräftige Walzen und vorbei an Monsterlöchern lässt unser Herz jubeln. Zurück im Camp erreichen auch die restlichen Teilnehmer das Lager. Infolge starken Regens hat niemand Lust, Zelte aufzustellen und so gehen die Mobilhomes weg wie frische Semmeln. Der Pegel erreicht geschätzte 90 m3 als wir am Nachmittag wieder am Einstieg stehen. Das Kanadierteam kapituliert, mehrere Kajaker sind schon gar nicht mitgekommen. Cesco, Schmon und ich wagen die Befahrung der braunen Fluten, nachdem wir mehrere Stellen angeschaut haben und das Raft an dem grossen Stein gut vorbei gekommen ist. Es wird eine unvergessliche Fahrt, mehr in als auf den Wellen. Dummerweise hat sich das Kehrwasser an der Ausbootstelle in einen schnell fliessenden Fluss verwandelt. Kurz vor dem ungemütlichen Abfall unter der nächsten Brücke werfen wir uns ans Ufer.

Dranse 2007

Dranse 2007


Wir hoffen, dass der Wasserstand bald fällt, damit auch die gemütlicheren Fahrer zum Zug kommen. Strahlend schönes Wetter lässt Paddelstimmung aufkommen. Heute Freitag befahren wir die Dranse d'Abondance ab Châtel. Hier im Oberlauf ist wenigstens die Farbe des Wassers wieder klar. Elsbeth startet unglücklich und bricht die Befahrung ab. Mani will später das Boot von Geraldine retten und kentert dabei selber. Nicht ganz einfach ist es hier, die Boote aus der schnellen Strömung zu bringen. Ein paar tief hängende Bäume und eine quer über den Bach gespannte Wasserleitung meistern wir gekonnt. Im zweiten Teil macht die Befahrung auch richtig Spass, ist der Fluss hier doch etwas breiter und wilder.

Dranse 2007 Dranse 2007

Heute Samstag fahren wir zur Giffre. Ich schätze, dass der Pegel ideal für diesen doch eher einfachen Fluss sein könnte. Und so ist es auch. Wir erreichen die Einbootstelle über den Col de Jambaz. Mit etwa 17 m3 währe dies jetzt auch ein idealer Fluss für Schlauchboote. Nils übt Kehrwasserfahren und bekommt richtig Spass am Wildwasserfahren, ist er doch mit 13 zwar der Jüngste, aber nicht der Schwächste, was ihn noch mehr anspornt. Nach 6 km geht es ziemlich flott in die Schlucht mit senkrechten Wänden und ausgewaschenen Nischen. Wir jauchzen vor Freude über dieses schöne Naturschauspiel. Im Stausee booten wir aus und während das Auto nachgeholt wird, bleibt Zeit, zum essen, verweilen und geniessen.

Dranse 2007

Dranse 2007

Dranse 2007

Auf dem Nachhauseweg besuchen wir die Gruppe von uns, die es vorgezogen hat, den Baumklettergarten zu absolvieren. Mit einer Höllengeschwindigkeit kommen die Jungs am Seil hängend über den Bach gesaust. Zu viert haben wir die Idee, nochmals paddeln zu gehen, und so fahren wir auch mit guter Geschwindigkeit der Einbootstelle von unserem Hausbach, der Dranse entgegen. Noch immer gut 60 m3. Wir kennen nun die schönen Stellen und können auch mal eine Welle zum Surfen benutzen. Am Abend wird nochmals der Grill in Betrieb genommen. Wir sitzen noch lange am Feuer und geniessen französischen Rotwein. Der letzte Tag kommt schneller als mir lieb ist. Bei einigen ist schon Aufbruchstimmung, während sich die andern nochmals in den Neoprenanzug zwängen. Bei einem so tollen Wasserstand wie heute (ca. 35 m3) wird der Fluss zum Spielplatz für grosse Knaben. Elsbeth und Claudia steigen weiter unten ein und bekommen auch noch einen guten Eindruck von unserem Fluss.

Dranse 2007

Auch wenn nicht alle Kajaker voll zum Zug kamen, gab es doch in dieser tollen Gegend genügend Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen. Rolf machte zusammen mit Jeanette eine Tour mit dem Seekajak auf dem Genfersee. Die Jungs spielten oft Fussball und auch die Angelrute wurde ausgeworfen. Für das schöne Wochenende möchte ich mich hiermit bei meinen Freunden bedanken, ist es doch nicht immer ganz einfach, die eigenen Bedürfnisse der Gruppe anzupassen, was aber eben bei uns sehr gut funktionierte. Wasser marsch!

Dranse 2007

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